Ein Anwesen der oberen Mittelschicht im Randgebiet von Los Angeles. Delaney Mosbacher und seine Frau Kyra leben den modernen Amerikanischen Traum. Delaney schreibt für eine Natur-Zeitschrift, Kyra verkauft Immobilien. Aber ihr beschauliches Leben wird gestört, als Delaney einen illegalen mexikanischen Einwanderer anfährt, der mit seiner Partnerin in der Nähe des Canyons campiert. Delaney meldet den Unfall nicht - ein Entschluss, der weitreichende Konsequenzen haben soll. Das Leben der beiden illegalen Mexikaner Cándido und América ist ebenfalls auf den Kopf gestellt. Verletzt kann Cándido nicht arbeiten. Da sie nichts zu Essen und kein Geld haben, ist Cándidos junge schwangere Freundin América gezwungen, nach Arbeit in der halsabschneiderischen Welt der illegalen Einwanderer suchen. Die ständig wachsende Gruppe von Illegalen Einwanderern stört den Frieden der gesamten Wohnsiedlung und es werden Pläne geschmiedet, wie man sie fernhalten kann ...

"The Tortilla Curtain" ist die Bühnenbearbeitung des berühmten Romans von T.C. Boyle, der in Deutschland unter dem Titel "América" erschienen ist. - Ein Stück in englischer Sprache für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II.

 

Von: Peter Scollin
Regie: Anja Scollin
Mit: Andrea Pani Laura, Kenneth George, Louise Watts, Peter Scollin
Kostümbild: Imke Sturm-Krohne
Bühnenbild: Konrad Schaller

Spieldauer: 105 Minuten

Premiere 4. November 2010 im ufaFabrik
Vorstellungen 97 (Stand Januar 2016)

Preise

Einzelpersonen: 9.00
Gruppen: 9.00
Gruppen + "Ermäßigungsschein from JugendKulturService": 7.50
Gruppen aus Brandenburg: 8.50

Aktuelle Termine

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Grenzerfahrung: Das Platypus-Theater inszeniert T. C. Boyles "Tortilla Curtain" Verwunderlich, dass noch niemand auf die Idee gekommen war, aus dem Roman ein Theaterstück zu machen. „The Tortilla Curtain“ von T. C. Boyle aus dem Jahr 1995 ist nicht nur in filmreifen Szenen und Dialogen geschrieben, sondern auch wie ein klassisches Drama aufgebaut. Nun hat das kleine Berliner englichsprachige Platypus-Theater unter Leitung des engagierten Australiers Peter Scollin und seiner Frau Anja das Buch für die Bühne adapiert. Scollins Hauptmotivation war die ungebrochene Aktualität der Einwanderergeschichte zwischen Mexiko und Südkalifornien sowie die Übertragbarkeit des Stoffes auf EU-Verhältnisse. Dabei gelingt es ihm und seinen vier Darstellern im BKA Theater, Boyles zeitgenössische Version von Steinbecks „Früchte des Zorns“ mit einfachen Mitteln in ein kurzweiliges Kammerspiel zu verwandeln. (…) Peter Scollin hat den Stoff notwendigerweise auf die Schlüsselszenen zusammegedampft. Er und seine Darsteller erzählen das Drama mit den simplen Mitteln des Off-Theaters zügig und mit Humor (Gesangseinlagen von Melissa Holroyd und Christian Serritiello!). Die Bühne besteht aus nicht mehr als einer stilisierten Mauer aus Kunststoffquadern, mit denen die Darsteller sich ihre Szenenbilder zusammenbasteln (was insbesondere am Schluss, als ein Erdrutsch abgeht, unfreiwillig komisch wirkt). Wie würde man selbst als liberaler und toleranter Zeitgenosse reagieren, wenn die Einwanderer plötzlich vor der eigenen Haustür stünde – das ist die didaktische Frage hinter Buch und Stück: Solidarität oder Konkurrenz? Theater nicht nur für die als Zielgruppe anvisierten Gymnasiasten.

Zitty Berlin

Festung Wohlstand. Mit der Inszenierung von T.C. Boyles Roman über das Leben zweier illegal eingewanderter Mexikaner und eines reichen Paares in Kalifornien hat sich das englischsprachige Kinder- und Jugendtheater Platypus eines virulenten Themas angenommen. Boyle beschreibt in „América“, wie der Roman auf Deutsch heißt, zwei Seiten des amerikanischen Traums: Die mexikanischen Immigranten Candido und América besitzen nichts als den unbedingten Willen zum Aufstieg, das wohlsituierte Paar Delaney und Kyra macht es sich dagegen in seinem beschaulichem Leben und mit seinen Vorurteilen bequem. Durch einen von Delaney verschuldeten Unfall kreuzen sich die Wege der ungleichen Paare – mit ungeahnten Folgen. Anja Scollins Inszenierung der von Peter Scollin erstellten Textfassung für Englisch-Schülerinnen und -Schüler der Sekundarstufe II begeht zum Glück nicht den Fehler, aus der vermeintlich authentischen Perspektive der Migranten zu reden. Sie verwässert die Geschichte nicht mit kitschiger Moral, sondern verlässt sich in Konrad Schallers effektivem Bühnenbild aus Kartonsteinen auf die darstellerische Kraft ihres Ensembles. Und Melissa Holroyd, Andrea Pani Laura, Kenneth Phillips und Christian Serritiello – selbst Migranten in unserem Land – lassen die Geschichte von Hoffnung und Fremdenphobie aus den fernen USA bei uns leben. Denn sie ist längst universal. Leider. ****